Porsche gehört seit Langem zu den ertragsstärksten Marken des Volkswagen-Konzerns, des größten Automobilherstellers Europas. Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen erzielte dank seiner höherpreisigen Modelle über Jahre hinweg solide Gewinne. Doch nun steht das Unternehmen unter Druck: Nach einem neuen Bericht bereitet Porsche eine weitere Runde beim Stellenabbau vor. Der Aufsichtsrat soll bereits ein umfassenderes Restrukturierungspaket gebilligt haben, das den Personalabbau begleitet. Damit ist Volkswagen nicht der einzige Teil des Konzerns, der seine Belegschaft verkleinert. Laut Reuters könnten die Pläne bereits kommende Woche der Belegschaft vorgestellt werden.
- Porsche könnte bis 2035 zwischen 5.000 und 6.000 zusätzliche Stellen streichen.
- Zusammen mit bereits angekündigten Kürzungen könnte die Gesamtzahl auf rund 9.000 steigen.
- Der operative Gewinn brach im vergangenen Jahr um 93 Prozent ein.
Ein neuer Chef mit Sanierungsauftrag
An der Spitze von Porsche steht mittlerweile Michael Leiters. Er war knapp drei Jahre lang Chef von McLaren, bevor er den Posten übernahm. Leiters folgte auf Oliver Blume, der seine Aufmerksamkeit zuvor zwischen den Chefsesseln von VW und Porsche aufgeteilt hatte. Nun ist es Leiters‘ Aufgabe, die Marke wieder auf Kurs zu bringen.
Als Teil seiner Bemühungen könnte Leiters bis 2035 zwischen 5.000 und 6.000 Stellen streichen – zusätzlich zu den 3.900 Arbeitsplätzen, deren Abbau bereits unter Blume angekündigt worden war. Nach den Berichten würde die Gesamtzahl damit auf rund 9.000 gestrichene Stellen anwachsen. Auch Gehaltskürzungen sollen möglich sein.
Ein Gewinneinbruch von 93 Prozent
Der Grund für den harten Sparkurs liegt in einer deutlichen Verschlechterung der Geschäftszahlen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Porsche einen Rückgang des operativen Gewinns um 93 Prozent. Ausgelöst wurde dieser Einbruch unter anderem durch die Kosten internationaler Zölle, durch sinkende Verkäufe in China und durch eine zu starke Festlegung auf Elektroantriebe.
Für die Beschäftigten in Zuffenhausen bedeutet dies, dass die einst als besonders krisenfest geltende Marke nun selbst tief in einen Personalabbau geht.
Anfang des Jahres kündigte Leiters an, Porsche werde sich stärker auf margenstarke Modelle wie den 911 konzentrieren und zugleich die Produktpalette vereinfachen. Wichtig dabei: Die Marke beabsichtigt nicht, im Rahmen des Umbaus die Stückzahlen zu erhöhen.
Wo lief es schief?
Erhebliche Summen verlor Porsche laut dem Bericht bei den Projekten für den elektrischen 718 Boxster/Cayman sowie beim elektrischen Großprojekt K1. Porsche hat seine Zusage zurückgenommen, die nächste Generation von Boxster und Cayman ausschließlich als Elektrofahrzeuge zu bauen. Auch das Spitzenmodell, der Mega-SUV K1, wird nicht mehr ausschließlich mit Elektroantrieb angeboten.
Stattdessen wechselt der K1 von der Scalable Systems Platform von VW auf die Premium Platform Combustion. Diese Architektur unterstützt mehrere V6- und V8-Optionen sowie zahlreiche Hybridvarianten. Die Kehrtwende bei der Elektrostrategie verdeutlicht, wie schwer die früheren Weichenstellungen das Unternehmen heute belasten.
Für deutsche Leserinnen und Leser hat die Entwicklung besondere Bedeutung: Porsche zählt zu den bekanntesten Industriemarken des Landes, und Entscheidungen über Stellenabbau und Werksstrategie betreffen unmittelbar den Standort Deutschland und die dort Beschäftigten.
Was halten Sie von Porsches Rückzug aus der reinen Elektrostrategie und dem geplanten Stellenabbau? Teilen Sie Ihre Einschätzung in den Kommentaren.

























