Wenn das Sarajevo Film Festival vom 14. bis 21. August seine 32. Ausgabe eröffnet, sind auch Filmemacherinnen und Produzenten aus dem deutschsprachigen Raum prominent vertreten. Gleich mehrere der neun Titel im Spielfilmwettbewerb entstanden unter Beteiligung deutscher Produktionsfirmen, und mit der Österreicherin Sandra Wollner ist eine der profiliertesten Regiestimmen der Region vertreten. In der Jury sitzt zudem Matthijs Wouter Knol, Direktor der Europäischen Filmakademie. Insgesamt konkurrieren 51 Filme in vier Wettbewerbssektionen um die begehrten „Heart of Sarajevo“-Auszeichnungen, wie die Festivalleitung am Donnerstag bekannt gab.
- Die 32. Ausgabe des Sarajevo Film Festivals läuft vom 14. bis 21. August.
- 51 Filme treten in vier Wettbewerbssektionen an, darunter 21 Weltpremieren.
- Emily Watson und Asghar Farhadi erhalten das Ehren-„Heart of Sarajevo“.
Deutschland und Österreich sind an mehreren Wettbewerbsfilmen beteiligt
„Everything That’s Wrong With You“ von Urša Menart ist eine Ko-Produktion aus Slowenien, Deutschland und Serbien und feiert in Sarajevo seine Weltpremiere. Sandra Wollners „Everytime“ entstand als österreichisch-deutsche Produktion. Auch „Shame and Money“ von Visar Morina ist unter deutscher Federführung realisiert worden, gemeinsam mit Partnern aus dem Kosovo, Slowenien, Albanien, Nordmazedonien und Belgien.
Für ein deutschsprachiges Publikum ist das mehr als eine Randnotiz: Es zeigt, wie stark die Filmförderung und die Produktionslandschaft im deutschsprachigen Raum mit dem südosteuropäischen Kino verflochten sind. Viele Werke der Region wären ohne solche länderübergreifenden Finanzierungen kaum realisierbar.
Neun Spielfilme, sechs davon von Frauen inszeniert
Der Spielfilmwettbewerb umfasst neun Produktionen aus Südosteuropa. Programmerin Elma Tataragić betonte, dass die Auswahl von zweiten und dritten Filmen geprägt sei, ergänzt um ein Debüt und zwei fünfte Werke etablierter Regisseure. Sechs der neun Filme wurden von Frauen inszeniert. Thematisch reicht das Spektrum von intimen Familiendramen über Coming-of-Age-Geschichten bis zu sozialem Realismus.
Zu den ausgewählten Titeln zählen unter anderem „Small Things“ von Zvonimir Jurić, „Skateboarding Is Not For Girls“ von Dina Duma, „17“ von Kosara Mitić, „Dua“ von Blerta Basholli, „Supporting Role“ von Ana Urushadze sowie „You Don’t Belong Here“ von Florin Șerban.
Insgesamt zeigt das Festival 21 Weltpremieren, sechs internationale und eine europäische Premiere sowie 23 regionale Erstaufführungen. Ein außerhalb des Wettbewerbs laufender Film erlebt seine bosnisch-herzegowinische Premiere.
Die Jury um Emily Watson und ein Rekord an Einreichungen
Das Auswahlteam unter der Leitung von Izeta Građević, Kreativdirektorin des Festivals, sichtete für die diesjährige Ausgabe 1.215 Filme – darunter 210 Spielfilme, 305 Dokumentarfilme sowie 700 Kurz- und Studentenfilme. In der Jury wirken neben dem britischen Star Emily Watson auch Matthijs Wouter Knol von der Europäischen Filmakademie und die griechische Produzentin Athina Rachel Tsangari mit, die für die Filme von Yorgos Lanthimos bekannt ist.
Watson und der iranische Regisseur Asghar Farhadi erhalten das Ehren-„Heart of Sarajevo“ für ihr Lebenswerk.
„In einer Zeit, in der Filme zugänglicher sind als je zuvor, liegt der Wert eines Festivals nicht darin, Filme verfügbar zu machen, sondern sie ins öffentliche Leben zurückzubringen“, sagte Građević. Das Publikum in Sarajevo suche im Kino nicht die Bestätigung des eigenen Geschmacks, sondern den Reiz einer anderen Perspektive auf die Welt.
Der Hauptpreis für den besten Spielfilm ist mit 16.000 Euro dotiert, der Preis für die beste Regie mit 10.000 Euro. Der Wettbewerb für Dokumentarfilme ist Oscar-qualifizierend. Als eines der wichtigsten Festivals für das südosteuropäische Kino gilt Sarajevo seit Jahren als Sprungbrett für neue Talente und internationale Ko-Produktionen aus der Region.
Welcher der diesjährigen Wettbewerbsfilme weckt Ihre Neugier am meisten – und finden Sie die starke Beteiligung deutschsprachiger Produktionen erfreulich? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

























