Wer in diesen Tagen seinen Urlaub an der türkischen Ägäis- oder Mittelmeerküste verbringt, muss mit Einschränkungen rechnen: In gleich mehreren beliebten Ferienregionen – darunter die Gegend um Antalya sowie die Provinz Muğla mit einigen der meistbesuchten Badeorte des Landes – kämpften am Donnerstag Hunderte Feuerwehrleute gegen Waldbrände. Die Feuer waren am Mittwoch bei extremer Sommerhitze ausgebrochen und griffen auf Wohngebiete, Landwirtschaftsflächen und Waldstücke über. Behörden brachten Bewohner, Patienten und sogar Tiere in Sicherheit, während Löschflugzeuge und Hubschrauber im Dauereinsatz waren.
- Nach Angaben von Landwirtschaftsminister İbrahim Yumaklı wurden seit Mittwoch 115 Waldbrände registriert, alle bis auf fünf konnten unter Kontrolle gebracht werden.
- Allein im Bezirk Seydikemer wurden 703 Menschen und rund 100 Tiere aus 408 Häusern evakuiert; 55 Gebäude wurden beschädigt, einige völlig zerstört.
- Die Autobahn Fethiye–Antalya war zeitweise gesperrt, der Zugang zur antiken Ruinenstätte Olympos wurde geschlossen.
Warum die Region deutsche Urlauber besonders betrifft
Die betroffenen Küstenabschnitte gehören zu den klassischen Sommerzielen für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum. Orte wie Fethiye, Kaş oder Antalya stehen für Strandurlaub, Bootstouren und Tauchgänge an der Lykischen Küste. Für Reisende bedeutet die aktuelle Lage konkret: Auf einzelne Sperrungen und kurzfristige Änderungen sollte man sich einstellen. So war Kaş, ein bei Tauchern und Ausflugsbooten beliebtes Ziel, von einem Feuer in den umliegenden Wäldern betroffen.
Der britische Foreign Office weist in seinen ständigen Reisehinweisen darauf hin, dass Waldbrände ein regelmäßiges Merkmal des türkischen Sommers sind – etwa von Juni bis Oktober, mit einem Höhepunkt im Juli und August. Eine pauschale Reisewarnung für Antalya, Muğla oder İzmir gab es demnach nicht.
Zerstörte Häuser und ein evakuiertes Krankenhaus in Seydikemer
Als schwerwiegendster aktiver Brand galt das Feuer in Seydikemer, einem Bezirk in den Hügeln zwischen Fethiye und Marmaris. Das Feuer war am Mittwochmorgen auf landwirtschaftlichem Gelände ausgebrochen und hatte sich in bewaldetes Gebiet ausgebreitet. 45 Patienten wurden aus dem örtlichen Krankenhaus in andere Einrichtungen verlegt. In sechs betroffenen Ortsteilen wurden 408 Häuser geräumt.
Mehr als 25 Flugzeuge, 410 Bodenfahrzeuge und über 1.100 Einsatzkräfte waren allein in dieser Region im Einsatz.
Auch andernorts richteten die Flammen Schäden an: Im Bezirk Kumluca südlich der Stadt Antalya wurden zehn Häuser unbewohnbar. Die Einsatzkräfte brachten den Hauptbrand unter Kontrolle, setzten aber am Donnerstag die Nachlöscharbeiten fort.
Fünf Feuer in der Provinz Balıkesir
In der Provinz Balıkesir, zwischen İzmir und der Dardanellen-Küste gelegen, brachen am Mittwoch fünf getrennte Feuer aus. Das bedeutendste wütete in Altınoluk, einem für seine Olivenhaine bekannten Küstenort an der Ägäis. Angefacht von Wind wuchs das Feuer rasch und bedrohte Wohngebiete, sodass 210 Häuser geräumt wurden. Der Brand in Gömeç war am Donnerstagabend noch aktiv.
Besondere Sorge bereitete den Behörden zudem ein Feuer bei Ayvalık, gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Nach Angaben von Provinzgouverneur İsmail Ustaoğlu waren dort 850 Feuerwehrleute, fünf Löschflugzeuge und sechs Hubschrauber im Einsatz. Das türkische Fernsehen TRT zeigte einen Mann, der ein Schaf auf seinen Schultern von den Flammen wegtrug.
Warum die Küsten jeden Sommer besonders gefährdet sind
Nach Angaben von Minister Yumaklı waren Brände in Yalovas Armutlu, in Domaniç und Altıntaş in der Provinz Kütahya sowie in Çanakkale vollständig unter Kontrolle. Die Provinzen Antalya, Muğla und Balıkesir blieben weiter gefährdet.
Die ägäischen und mediterranen Küsten der Türkei sind in jedem Sommer anfällig für Waldbrände. Anhaltende Dürre, Temperaturen, die im Juli und August regelmäßig über 40 Grad Celsius steigen, geringe Luftfeuchtigkeit und starke saisonale Winde – insbesondere der trockene, aus Norden wehende Meltemi – schaffen Bedingungen, unter denen sich Feuer rasch durch Kiefern- und Buschwälder ausbreiten können. Bereits 2025 war das Land von schweren Waldbränden getroffen worden; der Zugang zu Wäldern und anderen Hochrisikogebieten ist seit Beginn der Sommerferien gesperrt.
Planen Sie in diesem Sommer eine Reise an die türkische Küste – oder waren Sie zuletzt vor Ort? Teilen Sie Ihre Einschätzungen und Erfahrungen zur aktuellen Lage in den Kommentaren.

























