BMW hat seine Gewinnprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr deutlich gesenkt. Am Dienstag teilte der Münchner Autobauer nach Börsenschluss mit, dass er die Marge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) im Automobilsegment für das laufende Geschäftsjahr nur noch zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent erwartet. Bislang hatte BMW eine Rendite von einem bis drei Prozent angepeilt. Damit ist im Kerngeschäft des Konzerns ein operativer Verlust möglich. Als Gründe nennt das Unternehmen erweiterte Umbaumaßnahmen, einen schneller umgesetzten Stellenabbau und schwächere Verkäufe. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel 3,4 Prozent nach.
- BMW erwartet im Autogeschäft nun eine Ebit-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent statt bisher einem bis drei Prozent.
- Zu Jahresbeginn hatte der Konzern noch mit vier bis sechs Prozent gerechnet, im Juni folgte die erste Gewinnwarnung.
- Bei den Auslieferungen rechnet BMW nun mit einem Rückgang von fünf bis knapp zehn Prozent.
- Die Aktie verlor nachbörslich 3,4 Prozent; am Mittwoch legt BMW die Zahlen zum dritten Quartal vor.
Die Erwartungen von BMW sinken schon seit Monaten
Die neue Prognose ist der vorläufige Endpunkt einer Reihe von Korrekturen. Am Jahresanfang war BMW noch von einer Ebit-Marge von vier bis sechs Prozent im Autogeschäft ausgegangen. Im Juni gab der Konzern dann eine Gewinnwarnung heraus und senkte die Spanne auf ein bis drei Prozent.
Im Juli kündigte BMW als letzter großer deutscher Autokonzern einen umfangreichen Stellenabbau an: 8000 Jobs sollen wegfallen. Anders als etwa bei Volkswagen betrifft das laut Spiegel nicht vorrangig die Produktion, sondern vor allem Entwicklung und Verwaltung. Zudem sollen Teile des mittleren bis oberen Managements umstrukturiert werden. Früheren Angaben zufolge rechnete BMW für das Jobabbauprogramm mit Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro.
Ein Anfang Oktober gestartetes Abfindungsprogramm erwies sich als überraschend erfolgreich. Der Autobauer schloss es bereits nach weniger als drei Wochen wieder und bildete dafür Rückstellungen.
Die gesamte Branche steht unter Druck: Deutschlands Autohersteller stecken seit Längerem in der Krise, unter anderem wegen starker Konkurrenz aus China, hoher US-Zölle und niedrigerer Gewinnmargen bei Elektroautos.
Schnellerer Umbau und schwächerer Absatz belasten die Bilanz
Begründet hat BMW die erneute Senkung mit der Entscheidung des Vorstands, »Portfolio- und Strukturmaßnahmen zu erweitern und zu intensivieren«. So solle die »angekündigte Verschlankung der Managementfunktionen beschleunigt werden«. Der Personalabbau soll schneller abgeschlossen werden als ursprünglich geplant. Viele Ausstiege und damit auch deren Kosten dürften nach Einschätzung von n-tv bereits im laufenden vierten Quartal anfallen.
Vor Struktur- und Portfoliomaßnahmen erwartet BMW im Autogeschäft weiterhin eine Rendite von mehr als zwei Prozent.
Auch die Modellpalette wird umgebaut: Wegen der starken Nachfrage nach den Elektroautos der Neuen Klasse nimmt BMW einige ältere Elektromodelle früher als vorgesehen aus dem Programm.
Gleichzeitig läuft der Verkauf schlechter als erwartet. Bei den Auslieferungen rechnet der Konzern nun mit einem moderaten Rückgang von fünf bis knapp zehn Prozent. Bislang war lediglich ein leichtes Minus vorhergesagt worden.
An der Börse kam die Nachricht schlecht an: Die ohnehin schwache BMW-Aktie verlor im nachbörslichen Handel 3,4 Prozent.
Am Mittwoch folgen die Details zum dritten Quartal
Weitere Einzelheiten will BMW bei der Vorlage seines Berichts zum dritten Quartal am Mittwochmorgen bekanntgeben.































