Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern im deutschsprachigen Raum ist Michael Wright vor allem aus einer Rolle in Erinnerung: Als Widerstandskämpfer in der Science-Fiction-Serie „V – Die außerirdischen Besucher kommen“ wurde der US-Schauspieler in den 1980er-Jahren einem Millionenpublikum bekannt. Die Serie, die als Miniserie startete und später fortgesetzt wurde, lief auch im deutschen Fernsehen und prägte eine ganze Generation von Genre-Fans. Nun ist Wright im Alter von 70 Jahren gestorben. Seine Ehefrau Susan Wright gab den Tod am Freitagabend auf Instagram bekannt. Wright starb bereits am Mittwoch, dem 19. August, in Los Angeles.
- Michael Wright ist im Alter von 70 Jahren in Los Angeles gestorben.
- Als Todesursache nennt die Familie ein Herzversagen sowie Komplikationen des seltenen Marchiafava-Bignami-Syndroms.
- Bekannt wurde Wright durch „The Five Heartbeats“, „V“, „Sugar Hill“ und die HBO-Serie „Oz“.
Die Familie nennt ein Herzversagen und eine seltene Nervenerkrankung als Ursache
Wie das US-Portal „TMZ“ unter Berufung auf ein Statement der Familie berichtet, erlag Wright einem Herzversagen sowie Komplikationen im Zusammenhang mit dem Marchiafava-Bignami-Syndrom, einer seltenen degenerativen Erkrankung des Nervensystems. Zu den Hinterbliebenen zählen laut den Berichten fünf Kinder und ein Enkelkind.
„Mit tiefer Trauer und einer unvorstellbaren Schwere in meinem Herzen teile ich mit, dass mein geliebter Ehemann Michael Wright von uns gegangen ist“, schrieb Susan Wright in ihrem Beitrag. Sie würdigte ihn als Ehemann, Vater und Großvater sowie als „geliebten Menschen, einen Freund und einen außergewöhnlichen Künstler, dessen Werk Generationen berührt hat“.
„Michael, deine Arbeit wird ewig weiterleben, aber deine Liebe wird noch länger in den Herzen derer weiterleben, die dich am besten kannten“, so seine Ehefrau zum Abschied.
Vom Reinigungsjob am Schauspielinstitut zur großen Leinwand
Wright wurde am 30. April 1956 in New York City geboren. Seine Mutter Alberta betrieb im Theaterviertel das Südstaaten-Restaurant Jezebel – dort begegnete Wright auch dem späteren Regisseur Robert Townsend zum ersten Mal. Seine Ausbildung begann er in einem Arbeitsprogramm am Lee Strasberg Institute, wo er nach eigenen Worten Böden wischte, Telefone abnahm und diverse Aufgaben erledigte, um seine Kurse zu finanzieren.
Sein Leinwanddebüt gab Wright 1979 im Coming-of-Age-Drama „The Wanderers – Terror in der Bronx“ von Philip Kaufman. Für seinen zweiten Kinofilm, Robert Altmans „Streamers“ (im Deutschen „Windhunde“) aus dem Jahr 1983, teilte er sich mit dem übrigen Hauptensemble den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig.
Seine bekannteste Rolle war der Leadsänger Eddie King Jr.
Zu seinen prägenden Arbeiten zählt der Musikfilm „The Five Heartbeats“ (1991), bei dem Townsend Regie führte und das Drehbuch gemeinsam mit Keenen Ivory Wayans verfasste. Der Film erzählt von Aufstieg und Fall einer fiktiven, an den Motown-Sound angelehnten R&B-Gruppe. Wright verkörperte deren charismatischen Leadsänger Eddie King Jr., dessen Alkohol- und Drogensucht ihn schließlich aus der Band drängt.
Später überzeugte Wright als Raynathan Skuggs, Bruder der von Wesley Snipes gespielten Figur, im Drama „Sugar Hill“ (1994). Im Fernsehen war er neben „V“ auch in der HBO-Serie „Oz“ zu sehen, wo er zwischen 2001 und 2003 über drei Staffeln in 22 Folgen den drogenabhängigen Häftling Omar White spielte.
Insgesamt umfasst seine Filmografie mehr als 50 Kino- und Fernsehproduktionen, darunter „Der Prinzipal – Einer gegen alle“, „Money Talks“, „Piñero“ und „The Interpreter“ sowie Serien wie „Miami Vice“, „New York Undercover“ und zuletzt „Black Lightning“.
In einem seiner letzten Interviews sprach er über sein Selbstverständnis als Schauspieler
In einem Gespräch mit dem „Sheen Magazine“ aus dem Jahr 2021 formulierte Wright sein künstlerisches Credo: „Die größte Sünde, die ein Schauspieler begehen kann, ist, uninteressant zu sein.“ Er wolle, dass das Publikum gebannt sei und sich frage, was hinter seinen Augen vorgehe. Rückblickend zeigte er sich mit seinem Leben im Reinen: Er habe alles getan, was er tun wollte, sei überall gewesen und spreche fünf Sprachen.
Wann und wie die Familie an Wright erinnern will, ließ Susan Wright zunächst offen. In den kommenden Tagen wolle man weitere Informationen zu seinem Leben und Vermächtnis mitteilen.































