»Es hat Spaß gemacht und war etwas Besonderes. Wir haben ein bisschen Rost abgeschüttelt«, sagte Serena Williams nach ihrem gemeinsamen Comeback mit Schwester Venus beim Masters-Turnier in Cincinnati. Die beiden US-Ikonen standen am Montag zum ersten Mal seit den US Open 2022 wieder zusammen auf dem Platz – und verloren ihr Auftaktmatch gegen ihre Landsfrau Peyton Stearns und die Ukrainerin Marta Kostjuk mit 2:6, 6:1, 8:10. Bei den Herren zog derweil der topgesetzte Deutsche Alexander Zverev souverän ins Achtelfinale ein.
- Serena und Venus Williams verloren ihr erstes gemeinsames Doppel seit vier Jahren gegen Stearns/Kostjuk.
- Alexander Zverev besiegte Terrance Atmane 7:6 (7/4), 7:6 (8/6) und erreichte die vierte Runde.
- Die Williams-Schwestern wollen auch bei den US Open (30. August bis 13. September) gemeinsam antreten.
Serena Williams spielt den Reiz des Comebacks herunter
Für die Schwestern ging es nach eigener Aussage nicht um den Titel. »Ich bin nicht hierhergekommen, um dieses Turnier zu gewinnen. Es geht darum, Spaß zu haben – und ich wollte mein Bestes geben«, sagte Serena Williams. Ungewohnt war für sie vor allem die Kulisse: »Es war seltsam, in einem vollen Stadion zu stehen. Das ist nicht mein üblicher Montagabend.«
Zugleich machte sie deutlich, dass die Reunion nur eine Momentaufnahme bleibt: »Das ist nicht für immer. Es ist … nicht lange«, sagte sie. »Wir müssen nicht jede Woche spielen. Das ist ein bisschen anders.«
Gemeinsam zählen Serena und Venus Williams zu den erfolgreichsten Doppelpaarungen der Tennis-Geschichte – mit 14 Grand-Slam-Titeln im Doppel und drei olympischen Goldmedaillen.
Für das Hartplatzturnier in Ohio hatte das Duo eine Wildcard erhalten. Der Matchverlauf spiegelte den Rost wider, von dem Serena sprach: Im ersten Satz gaben beide je einmal ihren Aufschlag ab und verloren sechs der letzten sieben Spiele. Den zweiten Satz dominierten sie deutlich, ehe sie im Champions-Tiebreak einem 2:8-Rückstand hinterherliefen – und schließlich bei einem Doppelfehler von Venus Williams unterlagen. Die 46-Jährige war in Cincinnati auch im Einzel angetreten, dort aber zum Auftakt klar an der Kolumbianerin Emiliana Arango gescheitert.
Späte und überraschende Rückkehren haben im Profitennis Tradition. Für ein deutsches Publikum ist die gemeinsame Rückkehr der Schwestern vor allem ein Vorgeschmack auf die US Open, bei denen beide erneut zusammen aufschlagen wollen.
Zverev knackt die 46-Siege-Marke der Saison
Deutlich reibungsloser verlief der Tag für Alexander Zverev. Der French-Open-Sieger und diesjährige Wimbledon-Finalist bezwang den Franzosen Terrance Atmane, einen Halbfinalisten von Cincinnati 2025, mit 7:6 (7/4), 7:6 (8/6) und feierte damit seinen saisonbesten 46. Sieg. Den Schlusspunkt setzte der Deutsche mit einer Rückhand die Linie hinunter.
Zverev zollte seinem Gegner Respekt: »Er hat unglaublich aggressiv gespielt und Vorhände über den ganzen Platz geschlagen«, sagte er. »Er hat es dir schwer gemacht, selbst aggressiv zu spielen.«
Regen prägt den Turniertag
Der an fünf gesetzte Australier Alex de Minaur kämpfte sich durch mehrere Regenunterbrechungen zu einem 7:5, 7:6 (7/3) gegen Arthur Fery. »Man will nie mit einer 5:1-Führung in eine Regenpause gehen«, sagte de Minaur. »Ich kann mich an kein Match erinnern, das so oft begonnen und gestoppt wurde.«
Auch die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Elena Rybakina musste zwei jeweils einstündige Unterbrechungen verkraften und setzte sich 6:4, 7:6 (7/2) gegen Magdalena Frech durch. »Es war ehrlich gesagt ein verrückter Tag, jedes Mal in Wolken und Schwüle herauszukommen«, sagte Rybakina.
Weiter kamen zudem Titelverteidigerin Iga Swiatek, die nach Satzrückstand 4:6, 6:1, 6:1 gegen Maria Sakkari gewann, und die an drei gesetzte Jessica Pegula mit einem 7:5, 6:2 gegen Emma Navarro. Für eine Überraschung hatte zuvor der Argentinier Thiago Tirante gesorgt, der in der zweiten Runde Novak Djokovic ausgeschaltet hatte und nun Martin Landaluce bezwang.
Trauen Sie Serena und Venus Williams bei den US Open ein tieferes Vorstoßen im Doppel zu – oder war das Comeback in Cincinnati vor allem eine Show für die Fans? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.































