Mit spitzer Feder und schonungslosen Enthüllungen über Stars machte sich Perez Hilton – bürgerlich Mario Lavandeira – seit Mitte der 2000er-Jahre selbst zu einer Berühmtheit. Sein Klatschblog galt bald als eine der gefürchtetsten Adressen Hollywoods. Nun steht der 48-Jährige aus einem beunruhigenden Grund im Fokus: In einem Livestream auf seinem TikTok-Kanal soll er sich am Dienstag vor laufender Kamera selbst verletzt haben. Alarmiert von seinen eigenen Followern rückte die Polizei in Miami an und brachte den Blogger schließlich in ein Krankenhaus.
- Perez Hilton soll sich in einem inzwischen gelöschten TikTok-Livestream selbst verletzt haben.
- Zahlreiche Follower alarmierten die Polizei, die den Blogger allein in seinem Haus antraf.
- Laut Sheriffbüro von Miami-Dade County wurde Hilton unversehrt aufgefunden und in eine Klinik gebracht.
Nach übereinstimmenden Berichten – unter anderem der britischen „Daily Mail“, des „Hollywood Reporter“ und von „Variety“ – gingen beim Sheriffbüro von Miami-Dade County am Dienstag „mehrere Anrufe“ ein. Darin berichteten Anrufer von einer Person, die sich in einem TikTok-Livestream selbst verletze. In den inzwischen gelöschten und teils auf anderen Plattformen erneut geteilten Clips soll ein blutüberströmter Hilton mit einem Gegenstand beziehungsweise einem Messer hantiert haben.
Die Polizei entschied sich für Deeskalation statt Zugriff
Beamte machten Hiltons Adresse ausfindig und trafen ihn dort allein an. Vor Ort sprachen sie mit Familienangehörigen. Anschließend entschieden sich die Einsatzkräfte, sich „taktisch zurückzuziehen“, die Lage aber weiter zu beobachten.
Das Sheriffbüro erklärte das Vorgehen in einer Stellungnahme: „Bei vielen Vorfällen, in denen eine Person eine psychische Krise durchlebt oder sich aktiv selbst verletzt, setzen die Beamten auf Deeskalation, indem sie Zeit, Distanz und Gelegenheiten zur Kommunikation schaffen.“ Solange keine unmittelbare Gefahr für andere bestehe, könne das Verlangsamen der Situation das Risiko für alle Beteiligten senken.
Das Sheriffbüro bestätigte, dass Hilton sicher aus seinem Haus in eine örtliche Klinik gebracht wurde, wo er medizinisch versorgt wird.
Eine Krisen-Interventionsgruppe des Sheriff’s Office sowie zugelassene Fachkräfte für psychische Gesundheit seien vor Ort gewesen, um der Familie „Unterstützung und Hilfe“ anzubieten. Hilton ist alleinerziehender Vater von drei Kindern, die durch Leihmutterschaft zur Welt kamen: Sein ältester Sohn wurde 2013 geboren, zwei Töchter folgten 2015 und 2017.
Vertreter bitten um Zurückhaltung, TikTok sperrte das Konto
Hiltons Management bat um Respekt vor seiner Privatsphäre. Gegenüber dem US-Portal „TMZ“ hieß es: „Wir sind uns der besorgniserregenden Inhalte bewusst, die online im Umlauf sind und unseren Klienten Perez Hilton betreffen.“ Man habe trotz anhaltender Bemühungen bislang keinen direkten Kontakt zu ihm herstellen können. Solange keine bestätigten Informationen vorlägen, wolle man nicht spekulieren. Das TikTok-Konto des Bloggers wurde von der Plattform inzwischen gesperrt.
Vom „meistgehassten“ Klatschblog zur reumütigen Wende
Hiltons Karriere begann in den frühen 2000er-Jahren. Dank zahlreicher Kontakte in die Unterhaltungsbranche kam ihm das Bloggen wie ein „einfacher“ Job vor. Schon bald erarbeitete er sich mit seinen Enthüllungen den zweifelhaften Titel „Hollywoods meistgehasste Website“ – etwa, indem er queere Prominente öffentlich outete.
In den vergangenen Jahren bemühte sich Hilton um ein freundlicheres Image. Bereits 2012 sagte er der „New York Times“: „Was mir wichtig ist, ist nicht gemocht zu werden, sondern dass die Leute denken, ich sei nicht mehr toxisch für die Welt.“ Er habe „viele Fehler“ gemacht, die er bereue, erklärte er später gegenüber der „Daily Mail“.
Anfang dieses Jahres schilderte Hilton in einem längeren Instagram-Video zudem einen dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt: Aus einer Grippe hätten sich ein Geschwür, eine Perforation und schließlich eine Sepsis entwickelt. Er beschrieb den Verlauf als langsam und zermürbend – und berichtete danach von einer Hinwendung zu Gott, die sein Leben verändert habe.
Für Betroffene und Angehörige: Wer selbst in einer Krise steckt oder jemanden kennt, der Unterstützung braucht, findet in Deutschland rund um die Uhr Hilfe bei der Telefonseelsorge unter 0800 / 111 0 111 sowie 0800 / 111 0 222.































