Während in Deutschland und Europa der politische Druck auf den Verbrennungsmotor wächst und Hersteller ihre Modellpaletten Richtung Elektro umbauen, zeigt ein Blick über den Atlantik ein deutlich anderes Stimmungsbild: In einer aktuellen US-Umfrage des Reifenherstellers Hankook geben 64 Prozent der befragten Amerikaner an, in diesem Jahr eine Gelände- oder Offroad-Tour unternehmen zu wollen. Und wenn es ins Unwegsame geht, fällt die Wahl fast durchgängig auf ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor statt auf ein Elektromodell. Für die Umfrage befragte Hankook im Rahmen seines „Gauge Index“ 1.000 zufällig ausgewählte US-Autofahrer ab 18 Jahren.
- 64 Prozent der befragten US-Fahrer wollen 2024 eine Offroad-Tour unternehmen.
- 79 Prozent bevorzugen dafür einen Benzin-SUV gegenüber einem elektrischen; bei Pickup-Fahrern sind es 87 Prozent.
- Die Erhebung basiert auf 1.000 zufällig ausgewählten US-Autofahrern ab 18 Jahren.
Die Zahl von 64 Prozent klingt zunächst nach einem gewaltigen Sprung gegenüber den 34 Prozent des Vorjahres. Doch hier lohnt der genaue Blick: Die frühere Erhebung stellte eine andere Frage. Die 34 Prozent bezogen sich nicht auf konkret geplante Offroad-Ausflüge, sondern auf jene Befragten, die „Geländetauglichkeit“ als wichtigste Fahrkompetenz nannten, die sie erlernen wollten. Ein direkter Vergleich der beiden Werte ist also nur eingeschränkt möglich.
Jüngere Generationen zieht es besonders stark ins Gelände
Die Abenteuerlust verteilt sich ungleich über die Altersgruppen. Am größten ist sie bei den Jüngeren: 74 Prozent der Generation Z und 72 Prozent der Millennials wollen einen Offroad-Trip machen. Bei der Generation X sind es 57 Prozent, unter den Baby-Boomern immerhin noch 42 Prozent.
Beim passenden Fahrzeug setzen die Befragten klar auf klassische Karosserieformen: 52 Prozent halten einen SUV für die beste Wahl, 36 Prozent würden einen Pickup nehmen.
Der Antrieb entscheidet: Benziner deutlich vor Elektro
Am deutlichsten ist das Ergebnis beim Antrieb. 79 Prozent würden einen benzinbetriebenen SUV einem elektrischen vorziehen. Noch ausgeprägter ist die Skepsis bei Pickup-Fahrern: 87 Prozent von ihnen entscheiden sich lieber für ein Verbrennermodell als für eine E-Variante.
Wenn es abseits befestigter Straßen ins Ungewisse geht, überwiegt in den USA offenbar das Vertrauen in den Verbrennungsmotor – trotz aller Elektro-Offensiven der Hersteller.
Dabei suchen die meisten gar nicht die extreme Kletterpartie über Felsbrocken. 45 Prozent planen eine Fahrt über bewaldete Pfade, während nur 17 Prozent die Wüste erkunden möchten. Das Bedürfnis nach Natur und Abstand von der Zivilisation steht also im Vordergrund, nicht der sportliche Grenzgang.
Was die Umfrage aussagt – und was nicht
Einordnend gilt: Solche Erhebungen bilden immer nur einen Ausschnitt ab. Mit 1.000 Befragten ist die Stichprobe überschaubar, und Reifenhersteller haben ein naheliegendes Interesse daran, das Thema Geländefahrt sichtbar zu halten. Für den deutschen Markt ist das Bild dennoch aufschlussreich: Die Zurückhaltung gegenüber Elektro-Geländewagen zeigt, dass Reichweiten- und Vertrauensfragen bei ausgerechnet jenen Einsatzzwecken besonders wiegen, bei denen Ladeinfrastruktur fehlt und Verlässlichkeit zählt. Ob sich diese Vorbehalte mit einer wachsenden Zahl elektrischer SUV und Pickups auch hierzulande verschieben, dürfte eine der spannenden Fragen der kommenden Jahre bleiben.
Würden Sie für einen Ausflug ins Gelände auf ein Elektroauto setzen – oder bliebe auch bei Ihnen der Verbrenner die erste Wahl? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

























