NBCUniversal und Googles Videoplattform YouTube haben eine weitreichende Vereinbarung geschlossen, die den Streamingdienst Peacock ab Anfang 2027 in das kostenpflichtige Abo YouTube Premium integriert. Wie beide Unternehmen am Montag mitteilten, sollen US-Nutzerinnen und -Nutzer die werbefinanzierte Variante Peacock Premium künftig direkt über ihr YouTube-Premium-Abo abrufen können. Peacock bezeichnet die Abmachung als seinen bislang größten Vertriebsdeal im Großhandelsgeschäft. Ausgehandelt wurde er, nachdem Comcast-Co-CEO Brian Roberts nach Angaben eines Insiders vor rund neun Monaten den Kontakt zu YouTube-Chef Neal Mohan gesucht hatte.
- Peacock Premium wird ab Anfang 2027 Teil von YouTube Premium in den USA.
- YouTube Premium (plus YouTube Music) zählt weltweit über 125 Millionen Abonnenten, Peacock kommt auf 48 Millionen.
- Der Preis des neuen Bundles wurde noch nicht bekannt gegeben.
YouTube Premium ist die Bezahlvariante der Plattform: Sie erlaubt werbefreies Ansehen, das Abspielen im Hintergrund, Downloads und den Zugang zu YouTube Music. In den USA kostet das beliebteste Angebot 15,99 US-Dollar im Monat (rund 15 Euro), günstigere Tarife beginnen bei 8,99 US-Dollar (etwa 8 Euro). Peacock Premium schlägt einzeln mit 10,99 US-Dollar (rund 10 Euro) zu Buche. Wie viel das kombinierte Paket kosten wird, teilten die Unternehmen nicht mit. Einem mit dem Vorgang vertrauten Insider zufolge ändert sich der Preis von YouTube Premium durch den Start der Partnerschaft nicht; Abonnenten sollen aber zusätzliche Optionen erhalten, um ihr Abo anzupassen.
Was der Deal Peacock konkret bringt
Für YouTube-Premium-Kunden bedeutet die Vereinbarung Zugriff auf ein breites Programm: Live-Sport wie NFL, NBA und MLB, dazu Serien und Formate wie „Law & Order“, „Saturday Night Live“, die „Real Housewives“-Reihe und „Love Island USA“ sowie Kinofilme von Universal, etwa die „Minions“-Franchise. Anders als bei bloßen Rabatt-Bündeln sollen die Peacock-Inhalte direkt in YouTube eingebettet werden – Zuschauer müssen die Plattform also nicht verlassen, um sie anzusehen.
Peacock war im Juli 2020 gestartet und galt lange als Nachzügler im Streaminggeschäft. Zuletzt drehte sich der Wind: Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete der Dienst erstmals einen Quartalsgewinn und zählte Ende Juni 48 Millionen zahlende Abonnenten, ein Plus von zwei Millionen im Quartal. Co-CEO Mike Cavanagh erklärte, er erwarte, dass Peacock künftig auf Jahresbasis profitabel bleibe, mit möglichen Schwankungen zwischen den Quartalen.
Weil YouTube Premium und YouTube Music zusammen über 125 Millionen Abonnenten zählen, könnte die Einbettung Peacock potenziell Millionen neuer Nutzer zuführen – auch wenn Wettbewerber solche über eine fremde Plattform gewonnenen Zuschauer vermutlich kritisch einordnen dürften.
Mehr als nur Streaming: Sport, Werbung und internationale Dienste
Die Vereinbarung reicht über das reine Bündeln hinaus. NBC Sports wird als Produktionspartner für ausgewählte Live-Sportereignisse auf YouTube fungieren, und eine Auswahl an Live-Spielen soll kostenlos über den YouTube-Kanal von NBC Sports laufen. Zudem vertiefen beide Seiten ihre Zusammenarbeit in der Werbetechnologie, unter anderem über die NBCU-Tochter FreeWheel. Auch der bestehende Vertriebsvertrag mit dem Pay-TV-Dienst YouTube TV, zuletzt im Oktober 2025 verlängert, wird ausgeweitet, und YouTube-Angebote kommen stärker auf Comcasts Xfinity- und Xumo-Plattformen.
Für Zuschauer außerhalb der USA ist die Reichweite begrenzt: Peacock bleibt ein rein US-amerikanischer Dienst. Über YouTube Premium sollen in ausgewählten Märkten aber die internationalen NBCU-Angebote Universal+ und Hayu verfügbar werden. Das Gemeinschaftsunternehmen SkyShowtime, das NBCU mit Paramount für Mittel- und Osteuropa betreibt, ist von der Abmachung ausdrücklich nicht betroffen.
Einordnung: ein Deal im Umbruch der Medienbranche
Die Partnerschaft fällt in eine Phase tiefgreifender Verschiebungen. Klassische Medienkonzerne suchen nach Wegen, ihre Erlöse zu steigern, während Tech-Plattformen wie YouTube und TikTok immer mehr Sehzeit auf sich ziehen und Zuschauer klassische Kabelbündel zugunsten von Streaming verlassen. Comcast will NBCUniversal – gemeinsam mit dem britischen Sky – im Verlauf des kommenden Jahres abspalten; die Transaktion soll Mitte 2027 abgeschlossen sein, Cavanagh wird das eigenständige Unternehmen als CEO führen. Für NBCUniversal ist der YouTube-Deal damit auch ein Baustein, um den Streamingdienst vor der Verselbstständigung auf Wachstumskurs zu halten.
Würden Sie für ein solches Kombi-Abo aus YouTube Premium und Peacock zahlen – und wünschen Sie sich ähnliche Bündel auch für den deutschsprachigen Markt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in die Kommentare.

























