Wer in diesen Tagen ein neues Notebook sucht, kennt das Problem auch hierzulande: Die Preise sind aus dem Ruder gelaufen. Was einst ein solides Mittelklasse-Gerät kostete, reicht heute oft nur noch für ein Basismodell – und selbst dort wird beim Arbeitsspeicher gespart. Vor diesem Hintergrund fällt ein Gerät auf, das The Verge getestet hat: das 16 Zoll große HP OmniBook 3, das regulär für rund 520 US-Dollar (etwa 480 Euro) bei Walmart und Amazon zu haben ist. Der Clou: Es bietet 16 GB RAM und eine 512-GB-SSD – und ist damit in der aktuellen Marktlage eine kleine Ausnahmeerscheinung.
- Das HP OmniBook 3 (16 Zoll) kostet rund 520 US-Dollar (ca. 480 Euro) und bietet 16 GB RAM sowie eine 512-GB-SSD.
- Angetrieben wird es von Qualcomms Basis-Chip Snapdragon X mit acht Kernen.
- Die Akkulaufzeit liegt bei gemischter Nutzung bei rund zwölf Stunden.
Warum knapper Arbeitsspeicher den ganzen Markt verschiebt
Der Hintergrund ist ein Phänomen, das The Verge „RAMageddon“ nennt: Arbeitsspeicher ist teuer geworden und verändert die gesamte Preisstruktur. Früher unterschieden sich günstige und teure Laptops vor allem bei Verarbeitung und Display, während CPU, RAM und Speicher vergleichsweise erschwinglich waren. Heute starten selbst Geräte wie das rund 950 Dollar (etwa 880 Euro) teure Surface Laptop mit nur 8 GB RAM – nach Einschätzung des Testers zu wenig für flüssiges Arbeiten.
Für 8 GB gilt in der Praxis: Wer mehrere Programme und Dutzende Browser-Tabs gleichzeitig offen hat, spürt schnell Bremsspuren. Genau hier setzt das OmniBook 3 an – mit doppelt so viel Speicher zum deutlich niedrigeren Preis.
Solide Grundausstattung statt Premium-Gefühl
Das getestete Einstiegsmodell kombiniert einen Achtkern-Snapdragon-X-Prozessor mit 16 GB RAM, einer 512-GB-SSD und einem entspiegelten 16-Zoll-IPS-Display mit 1920 x 1200 Pixeln. Das Panel bleibt allerdings Durchschnitt: maximal 300 Nits Helligkeit und nur 62,5 Prozent Abdeckung des sRGB-Farbraums bedeuten, dass es im Freien schnell an Grenzen stößt. Auch die Lautsprecher wirken bassarm und höhenlastig, die Tastatur empfand der Tester als etwas zu straff, was zu Tippfehlern führt.
Erfreulicher fallen andere Punkte aus: Die 1080p-Webcam liefert ein recht scharfes Bild und unterstützt Windows Hello zur Gesichtsentsperrung. Das Gehäuse ist zwar aus Kunststoff und flext leicht, wirkt aber nicht billig. Mit maximal 16 mm Bauhöhe ist das Gerät vergleichsweise flach und kaum schwerer als ein 14-Zoll-MacBook-Pro. Geladen wird per USB-C über ein kompaktes 65-Watt-GaN-Netzteil.
Entscheidend für den Alltag ist laut Test nicht die Rechenleistung an sich, sondern der reichlich vorhandene Arbeitsspeicher: Selbst bei vielen offenen Apps und einem laufenden Video-Podcast blieb das System flüssig – anders als beim Surface Laptop oder dem Chuwi UniBook mit jeweils nur 8 GB.
Was das für Käufer mit knappem Budget bedeutet
Der Snapdragon-Chip ist kein Kraftpaket für Gaming oder aufwendige Kreativarbeit in Adobe-Programmen, für Multitasking im Büroalltag reicht er aber. Ein weiterer Pluspunkt: Bei gemischter Web-Nutzung mit etwas Musik oder Video sind rund zwölf Stunden Akkulaufzeit drin. Für viele Nutzerinnen und Nutzer heißt das konkret: ein brauchbares Arbeitsgerät, ohne beim Speicher an die Belastungsgrenze zu geraten – und das mit einer Ersparnis von über 400 Dollar gegenüber dem Surface Laptop.
Als Alternativen nennt der Test das rund 700 Dollar (etwa 650 Euro) teure MacBook Neo, das insgesamt runder sei, sowie das schwächere Chuwi UniBook für rund 450 Dollar (etwa 420 Euro). Eine Sorge bleibt: dass auch das OmniBook 3 im Sog steigender Speicherpreise irgendwann teurer wird. Noch aber gilt es als preislicher Ausreißer nach unten.
Wie viel Arbeitsspeicher darf es bei einem neuen Notebook mindestens sein – und würden Sie für 16 GB auf ein edleres Gehäuse verzichten? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren.































