Seit dem 5. August steht die Serie Sterling Point mit allen acht Folgen bei Amazon Prime Video bereit – und hat nebenbei einer ganzen Region Kanadas zu neuer Aufmerksamkeit verholfen. Die Handlung folgt der 17-jährigen Annie (Ella Rubin), die gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Connor (Keen Ruffalo) eine abgelegene Seeinsel erbt. Was als Sommer voller neuer Freundschaften, Romanzen und Familiengeheimnisse erzählt wird, spielt auf einer fiktiven Insel in der sehr realen Muskoka-Region in der kanadischen Provinz Ontario. Produziert wurde die Serie vom Team hinter Gossip Girl und My Old Ass.
- „Sterling Point“ startete am 5. August mit acht Folgen bei Amazon Prime Video.
- Gedreht wurde in der Muskoka-Region in Ontario, unter anderem in Port Carling.
- Die Region ist ganzjährig bereisbar – im Herbst mit verfärbtem Laub und Waldwegen.
Wie eine Serie eine Region ins Gespräch brachte
Kritiker lobten die Serie als erfrischende Variante des Young-Adult-Genres – eine Vogue-Autorin verglich sie eher mit einem Coming-of-Age-Indie-Film der frühen 2000er als mit den jüngeren Teen-Dramen. Ebenso viel Aufmerksamkeit bekam jedoch die Kulisse: windgepeitschte Kiefern, glitzernde Seen und charmante Cottages. Muskoka ist in Kanada geradezu ein Synonym für die sogenannte Cottage-Kultur – weniger ein Bautyp als ein sommerliches Lebensgefühl. Auch Fans der Serie Heated Rivalry erkennen den Lake Muskoka als realen Drehort wieder.
Von Toronto in den Norden – die Anreise als Ritual
Anders als es Sterling Point nahelegt, ist die Ankunft per Wasserflugzeug optional. Muskokas Orte und viele Cottages lassen sich mit dem Auto erreichen. Für Reisende, die von Toronto nordwärts fahren, beginnt das Ritual laut den Reiseberichten oft mit einem Burger bei Webers, einem Kult-Zwischenstopp an der Highway 11.
Vor Ort drehen sich die Tage um Kaffee auf dem Steg, Schwimmen statt Duschen, gegrillte Abendessen und die Debatte, wer das Feuer machen soll.
Die Orte, die Muskoka ausmachen
Die Region setzt sich aus mehreren Gemeinden zusammen. In den Muskoka Lakes liegt Port Carling, wo Szenen der Serie unter anderem an der Mortimer’s Point Marina entstanden. Bracebridge ist für seine Wasserfälle bekannt – von den High Falls über Wilson’s Falls bis zu den nachts beleuchteten Bracebridge Falls. Huntsville, am Rand des Algonquin Provincial Park gelegen, bietet über hundert Wandmalereien, eine Craft-Brauerei und ein Pioneer Village mit Dampfzug.
Wer den Nachthimmel sucht, findet in Gravenhurst das Torrance Barrens Dark Sky Reserve, in dem sich die Milchstraße beobachten lässt. Am Lake of Bays verkehrt der restaurierte Dampfer S.S. Bigwin aus dem Jahr 1910, während im Winter Eisfischen und Schneemobilfahren möglich sind.
Ein Höhepunkt ist die Georgian Bay: Ihre Ostküste zählt zu den 16 UNESCO-Biosphärenreservaten Kanadas und beherbergt mit rund 30.000 Inseln das größte Süßwasser-Archipel der Welt. Der Georgian Bay Islands National Park ist ausschließlich per Boot erreichbar.
Warum sich der Blick auch für den Herbst lohnt
Für deutschsprachige Reisende, die Nordamerika abseits der Metropolen kennenlernen wollen, ist der Zeitpunkt bemerkenswert: Muskoka gilt laut den Reiseberichten nicht nur im Hochsommer, sondern gerade im Herbst mit dem sich verfärbenden Laub und im Winter mit Schneeschuh-, Ski- und Schneemobiltrails als lohnenswert. Das bedeutet in der Praxis, dass die Region ganzjährig als Ziel taugt – und der Serienerfolg dürfte die Nachfrage nach den Cottages am Wasser weiter beleben.
Würde Sie eine Serienkulisse wie Muskoka zu einer Reise verleiten – oder bleiben Sie lieber bei den klassischen Sommerzielen? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.































