Wer viel unterwegs ist, kennt das Dilemma: Ein ordentliches Sakko oder eine warme Jacke braucht Platz, knittert im Koffer und ist im Zweifel genau dann verstaut, wenn man es tragen möchte. Gleich zwei Style-Redaktionen – GQ und CN Traveler – haben deshalb getestet, welche Oberbekleidung sich fürs Reisen wirklich eignet. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die besten Stücke sehen aus wie klassische Kleidung, sind aber aus Materialien gefertigt, die nach dem Zusammenpressen in Gepäckfach oder Trolley zuverlässig in Form zurückspringen.
- Für Reisesakkos empfiehlt GQ zwei Wege: technische Stretchstoffe oder klassische, knitterarme Gewebe wie hochgezwirnte Wolle im Hopsack.
- CN Traveler setzt bei packbaren Jacken auf Materialien wie PrimaLoft, Ripstop-Nylon und recyceltes Polyester mit wasserabweisender DWR-Beschichtung.
- Getestete Marken reichen von günstigen Uniqlo-Modellen bis zu massgeschneiderten Sakkos von Drake’s und Suitsupply.
Beim Reisesakko führen zwei Wege zum Ziel
Laut GQ gibt es grundsätzlich zwei Herangehensweisen. Die erste ist die technische Variante: Sakkos mit Stretchanteil, feuchtigkeitsableitenden Stoffen, zusätzlichen Taschen und einer leicht futuristischen Anmutung. Die zweite, von der Redaktion bevorzugte Route bleibt klassisch – traditionelle Silhouetten aus widerstandsfähigen Geweben, etwa hochgezwirnter Wolle in Hopsack-Bindung, die von Natur aus knitterarm ist.
Der entscheidende Rat: Schnitt, Farbe und Gesamtwirkung möglichst zeitlos halten. So lässt sich ein Reisesakko ebenso gut mit Hemd und Anzughose kombinieren wie mit T-Shirt und Jeans.
Von Uniqlo bis Drake’s: die Favoriten der Tester
Als Gesamtsieger kürt GQ das Alex Mill Blazer in Vintage Twill – ein Modell aus robustem, reinem Baumwolltwill, das ohne Polsterung Form hält und knapp unterhalb der Hüfte endet. Als günstigste Empfehlung nennt die Redaktion das Uniqlo AirSense Houndstooth Blazer mit Zwei-Wege-Stretch, schnelltrocknendem und knitterresistentem Stoff, das sich sogar in der Waschmaschine reinigen lässt.
Für alle, die auf echte Schneiderkunst nicht verzichten wollen, empfiehlt GQ die in Italien gefertigte Travel Jacket von Drake’s aus leichter Wolle in Hopsack-Bindung – inklusive einer Innentasche im Passformat. Wer weniger ausgeben möchte, greift zur Havana-Jacke von Suitsupply aus italienischer Wolle mit Half-Canvas-Konstruktion. Lockerer geschnitten ist der Relaxed-Fit-Blazer von J.Crew aus einer italienischen Baumwoll-Leinen-Mischung.
Packbare Jacken müssen ihren Platz im Handgepäck verdienen
Jacken sind laut CN Traveler besonders heikel, weil sie wertvollen Kofferraum beanspruchen – meist bleibt nur Platz für ein oder zwei pro Reise. Die besten packbaren Modelle isolieren daher gut, ohne zu voluminös zu sein; einige lassen sich in ihre eigene Tragetasche falten.
Entscheidend ist das Material: Für Wärme empfiehlt die Redaktion daunenähnliche PrimaLoft-Füllung, für die Aussenhülle leichtes, winddichtes Ripstop-Nylon oder robustes, schnelltrocknendes recyceltes Polyester – ergänzt durch eine wasserabweisende DWR-Beschichtung.
Welcher Jackentyp der richtige ist, hängt vom Reiseziel ab: Für aktive Trips oder Wanderungen rät CN Traveler zur Daunenjacke, für Städtereisen zu Bomber, Jeansjacke oder kurzem Trench. Grundregel: Die beste Jacke erfüllt mehrere Zwecke, ist leicht und wasserabweisend.
Richtig packen spart zusätzlichen Platz
Für Jacken ohne eingebaute Tragetasche empfiehlt CN Traveler Kompressions-Packwürfel, um überschüssige Luft zu entfernen. Ohne solche Hilfsmittel funktioniert diese Methode: Jacke zuknöpfen oder schliessen, flach hinlegen, beide Seiten um ein Drittel einklappen, die Ärmel darüberlegen, straff aufrollen und – falls vorhanden – in die eigene Kapuze stecken.
Reisen Sie lieber im klassischen Wollsakko oder setzen Sie auf technische Funktionsstoffe? Verraten Sie uns in den Kommentaren, welches Kleidungsstück in Ihrem Handgepäck nie fehlen darf.































