Satou Sabally gehört zu den prägendsten Figuren des deutschen Basketballs: Die 28-jährige Berlinerin spielt in der besten Frauenliga der Welt, der US-amerikanischen WNBA, aktuell bei New York Liberty, und wurde dort dreimal ins Allstar-Team gewählt. Nun muss sie einen bitteren Verzicht verkünden. Die Weltmeisterschaft, die vom 4. bis 13. September in ihrer Heimatstadt Berlin stattfindet, wird ohne sie über die Bühne gehen. Am Mittwoch machte Sabally bei Instagram öffentlich, dass sie nicht am Turnier teilnehmen kann – die Folgen einer Gehirnerschütterung, die sie seit Wochen außer Gefecht setzen, lassen einen Einsatz nicht zu.
- Satou Sabally sagt die Basketball-WM in Berlin (4. bis 13. September) wegen einer Gehirnerschütterung ab.
- Die 28-Jährige hat seit dem 24. Juni kein Spiel mehr bestritten – es ist ihre zweite Gehirnerschütterung binnen kurzer Zeit.
- Auch die Einsätze ihrer Schwester Nyara Sabally und von Leonie Fiebich sind verletzungsbedingt fraglich.
„Es fällt mir unglaublich schwer, euch mitteilen zu müssen, dass ich nicht bei der WM in Berlin dabei sein kann“, schrieb Sabally. „Darauf habe ich jahrelang hingearbeitet und immer alles gegeben.“ Das Turnier hätte für sie ein „absolutes Highlight“ ihrer Karriere werden sollen.
Zwei Gehirnerschütterungen in kurzer Zeit zwingen zur Pause
Sabally hat seit dem 24. Juni nicht mehr gespielt. Es ist bereits ihre zweite Gehirnerschütterung innerhalb kurzer Zeit: Schon Anfang Oktober 2025 hatte es sie – damals noch im Trikot von Phoenix Mercury – in der WNBA-Finalserie erwischt. „Ich muss jetzt auf meinen Körper hören, meine Gesundheit an erste Stelle setzen und mich auf meine vollständige Genesung konzentrieren“, schrieb sie.
Der vorsichtige Umgang mit Kopfverletzungen hat im Profisport in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Gehirnerschütterungen gelten als besonders heikel, weil eine zu frühe Rückkehr das Risiko schwererer Folgen erhöht – vor allem, wenn sich Verletzungen in kurzem Abstand häufen. Saballys Entscheidung, die Genesung über den sportlichen Traum zu stellen, folgt genau dieser Logik.
Ein harter Schlag für die deutschen Medaillenhoffnungen
Die Absage kommt nicht überraschend, ist für das Team des Deutschen Basketball Bundes (DBB) aber ein herber Verlust. Sabally wäre eine Schlüsselspielerin im Kampf um eine Medaille gewesen. Sie hatte die Mannschaft 2024 in der Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Paris maßgeblich getragen.
Zum WM-Turnier in der deutschen Hauptstadt treten 16 Mannschaften an. Dem deutschen Team wurden vor Saballys Absage gute Chancen auf eine Medaille eingeräumt – wegen des Heimvorteils, aber auch wegen der starken Ergebnisse der jüngsten Turniere. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war Deutschland erstmals überhaupt qualifiziert und erreichte auf Anhieb das Viertelfinale, bei der Europameisterschaft 2025 sprang Rang fünf heraus.
Ohne ihre gefährlichste Angreiferin muss die deutsche Auswahl ihre Erwartungen an das Heimturnier nun deutlich nach unten korrigieren.
Auch Nyara Sabally und Leonie Fiebich sind fraglich
Satou Sabally ist dabei nicht das einzige Sorgenkind. Auch die Teilnahme ihrer jüngeren Schwester Nyara steht auf der Kippe: Die 26-Jährige vom WNBA-Klub Toronto Tempo laboriert an einer Wadenverletzung und fällt bereits seit Wochen aus. Ein Einsatz gilt als unwahrscheinlich, ist aber noch nicht endgültig ausgeschlossen.
Hinzu kommt Leonie Fiebich, Saballys Teamkollegin bei New York Liberty und 2024 an der Seite von Nyara WNBA-Champion. Die Flügelspielerin kann derzeit wegen Knöchelproblemen nicht spielen. Ihr letzter Einsatz liegt Anfang Juli zurück, sie hat aber wohl noch Chancen, rechtzeitig fit zu werden.
Verfolgen will Satou Sabally das Turnier trotz ihres Ausfalls unbedingt. „Ich bin unfassbar stolz auf dieses Team und werde aus der Ferne unterstützen, mit allem, was ich habe“, schrieb sie.
Wie sehen Sie die Medaillenchancen des deutschen Teams ohne seine WNBA-Stars? Teilen Sie Ihre Einschätzung zur Heim-WM in Berlin in den Kommentaren.































