Der Münchner Autobauer BMW zieht in den USA in zwei getrennten Fällen die Reißleine. Betroffen sind zum einen 13 SUV der X3-Baureihe, bei denen die Lenkung im schlimmsten Fall versagen könnte, zum anderen 27.720 Limousinen der 5er-, 7er- und 8er-Reihe, bei denen ein Problem an der Antriebswelle zu einem Wegrollen des Fahrzeugs führen kann. Beide Rückrufe wurden für den US-Markt ausgelöst. Während die X3-Aktion nur eine winzige Zahl von Fahrzeugen umfasst, betrifft die Limousinen-Kampagne deutlich mehr Halter, die nun den Status ihres Wagens prüfen sollen.
- Beim X3 kann die Verbindung zwischen Lenkspindel und Lenksäule von den Vorgaben abweichen – die Lenkung könnte dadurch nicht ausreichend Kraft übertragen.
- Nur 13 X3-Einheiten sind betroffen; die Halter werden am 2. Oktober informiert.
- Zusätzlich ruft BMW 27.720 Limousinen der 5er-, 7er- und 8er-Reihe wegen eines Antriebswellenproblems mit Wegroll-Risiko zurück.
Wie BMW dem X3-Lenkungsfehler auf die Spur kam
Aufmerksam wurde der Hersteller nach eigenen Angaben im Juli. Der Besitzer eines nicht für den US-Markt bestimmten X3 des Modelljahrs 2025 meldete, dass sich sein Lenkrad mit auffallend geringem Kraftaufwand drehen ließ. Zunächst konnte die Werkstatt keinen Schaden feststellen. Erst eine tiefergehende Analyse durch BMW führte das Problem auf eine Abweichung im Produktionsprozess zurück.
Konkret erfüllt die Befestigung zwischen Lenkspindel und Lenksäule möglicherweise nicht die Spezifikationen. Das bedeutet, dass das Drehen des Lenkrads unter Umständen nicht genügend Kraft auf die Räder überträgt – ein offensichtliches Sicherheitsrisiko. Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Fehler sind BMW nach eigenen Angaben bislang nicht bekannt.
Welche X3-Varianten betroffen sind
In den Rückruf einbezogen sind die Modelle X3 sDrive30i, X3 30 xDrive und X3 M50 xDrive der Baujahre 2024 bis 2026. Gefertigt wurden die 13 betroffenen Fahrzeuge zwischen dem 7. August 2023 und dem 7. Februar 2026.
Trotz des möglichen Lenkungsproblems wurden die Halter nicht angewiesen, ihre SUV bis zur Reparatur stehen zu lassen.
Was Halter jetzt tun müssen
Die Besitzer der betroffenen X3-Modelle sollen am 2. Oktober über den Rückruf informiert werden. Die Händler haben die Anweisung, die Verbindung zwischen Lenkspindel und Lenksäule zu prüfen und bei Bedarf beide Bauteile auszutauschen, um ein erneutes Auftreten des Fehlers zu verhindern.
Bei der zweiten Aktion rund um die Limousinen der 5er-, 7er- und 8er-Reihe raten die Verantwortlichen den Haltern, den Rückrufstatus ihres Fahrzeugs zu prüfen, sich auf die Feststellbremse zu verlassen und einen kostenlosen Reparaturtermin beim Händler zu vereinbaren. Grund ist ein Problem an der Antriebswelle, das ein unbeabsichtigtes Wegrollen auslösen könnte.
Rückrufe gehören zum normalen Ablauf der Qualitätssicherung in der Automobilbranche: Stellt ein Hersteller fest, dass ein Bauteil von den Vorgaben abweicht, ist er verpflichtet, betroffene Fahrzeuge zurückzurufen und die Reparatur kostenlos durchzuführen. Für deutsche Autofahrer ist die BMW-Marke besonders präsent – die genannten Rückrufe betreffen jedoch ausdrücklich den US-Markt. Ob und in welchem Umfang Fahrzeuge in Europa in ähnlicher Weise betroffen sein könnten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Wurde Ihr Fahrzeug schon einmal von einem Rückruf betroffen – und wie unkompliziert lief die Reparatur beim Händler ab? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.































